Gaststätten - Scheunenwirtschaft Siebengebirge

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Gaststätten




Früher gab es auch Gastwirtschaften in Oelinghoven. Seit langer Zeit stand an der Durchgangsstraße nahe dem Lauterbach eine Bauernwirtschaft. Um 1880 ist Peter Klein dort
der Wirt. Mit der Gaststätte war bis zum ersten Weltkrieg auch Lebensmittelverkauf und Brennstoffhandel verbunden. Wir kennen noch einige Preise, die 1880 bei Peter Klein gezahlt wurden: 1/2 Pfund Fleisch 40 Pfennig, 1/2 Pfund Reis 10 Pfennig, 1 Pfund Tabak 52 Pfennig. Eine alte Postkarte zeigt uns die damalige Dorfgaststätte und den Wirt Peter Klein.

In dieser Wirtschaft trafen sich auch die Viehhändler, wenn sie bei den Bauern der Umgebung Vieh aufkauften. Oftmals liehen sie das Geld dazu bei der Wirtin. Kleins verliehen aber auch Geld an die Dorfbewohner und konnten von dem Gewinn manches Stück  Land erwerben. Sogar eine Kegelbahn war damals schon bei der Wirtschaft. Der Zimmermann Bernard Schmitz hat sie 1884 repariert und verlängert, und über alles buchgeführt. Auch der Saal, ein scheunenartiger Fachwerkbau, in dem die Dorffeste gefeiert wurden und die Vereine sich trafen, bestand schon. Dieses Gebäude wurde aber im 2. Weltkrieg teilweise zerstört und dann abgerissen. Der nächste Wirt war der Schwiegersohn Peter Trappen, der die Wirtschaft um 1900 übernahm. Er hatte als Postillon die Strecke von Siegburg nach lttenbach befahren und dabei in Oelinghoven die Tochter des Wirtes kennengelernt und geheiratet. Den Lebensmittelverkauf gab die Familie Trappen später auf, auch der Kohlenhandel hörte im letzten Kriege auf. Der Sohn, der auch Peter hieß, aber „Bob“ genannt wurde, übernahm dann die Wirtschaft. Er war Musiker von Beruf. Zu seiner Zeit war die Gaststätte beliebt und bekannt durch den klavierspielenden und singenden Wirt, den Bob. Nachdem seine Schwester Maria Ende des Krieges durch Artilleríebeschuß ums Leben gekommen war, führte er die Gastwirtschaft noch bis in die 60er Jahre weiter und verkaufte sie dann. Nach ihm wechselten die Besitzer mehrmals,aber keiner konnte recht fußfassen. Der letzte Wirt, Wolfgang Böhmer, gab die Gaststätte schließlich auf.

Eine zweite kleine Gastwirtschaft war die von Lehmacher am Dorfausgang nach Vinxel gelegen. Bis 1872 stand dort ein altes Fachwerkhaus, das abgerissen und an der Ecke Mühlenwiese wieder aufgebaut wurde. Zuletzt wohnte Maria Stockhausen darin. Johann Lehmacher erbaute sich ein neues großes Backsteinhaus, das außer einer Gastwirtschaft, ein Lebensmittelgeschäft und im ersten Stock einen Saal enthielt. Beim „Betze Hannes“, wie Johann Lehmacher genant wurde, konnten die Dorfbewohner damals alles einkaufen, was sie brauchten. Er besorgte auch Textilien und manches andere aus Köln. Seine Witwe Sibylle und der Sohn Joseph führten das Geschäft und die Gaststätte bis in die 20er Jahre weiter. Dann erwarb Joseph Schild das Haus mit der Wirtschaft, die sein Sohn später aufgab.
 
Gasthof im schönen Lauterbachtal
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